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09/Dez

Der Reale Verbraucher wünscht sich Qualität und Orientierung im Markt! #CreateChange diskutierte über Verbraucherschutz 4.0 und widmete sich insbesondere den Internet-Vergleichsportalen

Am 01. Dezember 2016 hat das Forum71, die Plattform der ProSiebenSat.1 Media SE zu einer weiteren Veranstaltung der Reihe #CreateChange in Berlin eingeladen. Unter dem Titel: „Verbraucherschutz 4.0 – Zwischen staatlicher Regulierung und Eigenverantwortung“ wurden über die zentralen Fragen eines zeitgemäßen Verbraucherschutzes am Beispiel von digitalen Verbraucherportalen diskutiert.

In seiner Keynote unterstrich Sascha van Holt, CEO von SevenVentures, dass jetzt die Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, damit in Deutschland ansässige Unternehmen ihre Prozesse und Geschäftsmodelle erfolgreich digitalisieren und transformieren können. Van Holt betonte außerdem, dass die Ergebnisse der Verivox-Studie gezeigt haben, dass die Erwartungen der Verbraucher an Transparenz und regulatorische Kriterien wie Offenlegung von Besitzverhältnissen oder Provisionen weit weniger zählen, als die Qualität der Preisvergleichsportale.

So sprach sich Ulrich Kelber (SPD), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz, in seiner Keynote für Qualitätsstandards aus, an denen Verbraucher, Anbieter und Politik ein Interesse haben. Ulrich Kelber betonte, dass der Schlüssel zu mehr Verbrauchervertrauen in der Selbstbestimmung der Nutzer sowie bei Transparenz und Sicherheit im Netz liege.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde zunächst über das vorherrschende Leitbild des Verbrauchers diskutiert. Der Präsident des Bundeskartellamts Andreas Mundt ging dabei nicht vom vielzitierten mündigen oder idealen Bild aus, sondern dem eines realen Verbrauchers und hielt treffend fest: „In God we trust. All others provide data.“ Gegen den häufig skizzierten Gegensatz von Wirtschaft und Verbraucherschutz sprach sich Mechthild Heil, Verbraucherschutzbeauftragte der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag aus, denn Wirtschaft und Verbraucher sowie Verbraucherschützer gehören zusammen. Dem stimmte das Podium übereinstimmend zu.

Danach entbrannte die Diskussion über Qualitätsstandards von Internet-Vergleichsportalen und die Offenlegung von Provisionen. So bezeichnete Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) Vergleichsportale als Gatekeeper. Der vzbv wolle für Portale unbequem sein, um sie besser zu machen. Daraufhin erwiderte Klaus Hufnagel, Geschäftsführer und Chief Information Officer (CIO) der Verivox GmbH, man suche bereits den Dialog mit den Verbraucherschützern und der Politik, doch müssten gleiche Regeln sowohl für Off- als auch Onliner gelten – als Beispiel nannte er die Versicherungsmakler, die ihre Provisionen derzeit auch nicht offenlegen müssten. Dem stimmte Klaus Müller zu und forderte ein „Level-Playing-Field“, das für alle gleichermaßen gelte. Letztendlich helfe die Pauschalkritik an einer ganzen Branche niemanden, wie Klaus Hufnagel noch einmal unterstrich. Auch sei Verivox für die Einführung eines Qualitätssiegels, bei dem er sich sicher sei, dass Verivox es schnell erfüllen würden. Sie seien schließlich das einzige deutsche Unternehmen, welches an dem Zehn-Punkte-Katalog für mehr Transparenz von Internet-Vergleichsportalen der EU-Kommission mitgearbeitet habe.

Andreas Mundt machte auf die Gefahr aufmerksam, wonach man sich im „Transparenzgestrüpp verheddere“ und es dem Verbraucher so wie in den USA erginge, wo z. B. Luftmatratzen mit so vielen Warnhinweisen versehen seien, dass man als Verbraucher häufig den Überblick verliere. Darüber, inwieweit weitere gesetzliche Regelungen nötig seien, herrschte Uneinigkeit zwischen den Diskutanten. Ulrich Kelber betonte, dass die Politik prüfen müsse, wo man dereguliere könne und wo bestimmte Regeln gelten, die nicht mehr nötig seien. Andreas Mundt sieht im Wettbewerbsrecht das adäquate Mittel. Er betonte, dass die behördliche Rechtsdurchsetzung bereits gut funktioniere. Zum Abschluss der Diskussion wurde über die Transparenz von Algorithmen diskutiert. Hier hielt Julian Geist, Konzernsprecher und Executive Vice President Public Affairs ProSiebenSat.1 Media SE treffend fest: “If you are not paying for it you are the product being sold”.

Zusammenfassend zeigte auch das dritte Event der #CreateChange-Reihe, dass man – wie Julian Geist begeistert feststellte –  in guter Gesellschaft auch kontroverse Themen in einem offenen und spannenden Dialog diskutieren kann. Dabei gab das hochkarätig besetzte Podium den Zuschauern im Saal und im Netz tiefe Einblicke in das Potential und den Herausforderungen von Internet-Vergleichsportalen für den digitalen Verbraucher.

Hier finden Sie Fotos und Videos zum Event: http://forum71.com/medien/

Wir freuen uns schon auf Sie, wenn es das nächste Mal heißt #CreateChange

 

 

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